Polnisches Trauerkleid um 1861

Trauerkleid um 1861 - DetailsDas präsentierte Trauerkleid war als Zeichen der Trauer am Anfang sechziger Jahre in Polen getragen. Für Polen war es eine unruhige Zeit. Nach dem Tod von fünf Demonstranten am 27 Februar 1861 haben Frauen zuerst in Warschau und danach auch in ganz Polen Trauerkleidung getragen. In den Jahren 1861-1866 herrschte in Polen Staatstrauer. Um patriotische Gefühle zum Ausdruck zu bringen, war die Kleidung in Schwarz sowie Grau, Weiß und Lila getragen. Das Kleid sollte formschlicht und zierlos gehalten werden. Als Accessoire zu dem Kleid verwendete man oft sog. Konfederatka (Poln. rogatywka, „Eckenmütze“) oder Krakauer Gürtel. Zur Zeit der Staatstrauer war der Ausdruck von patriotischen Gefühlen strafbar. Nach dem Niederschlag des Januaraufstands wurde das schwarze Trauerkleid nur als Zeichen der Trauer nach dem Tod der Nächsten getragen.

Das Kleid besteht aus einem glatten Rock und dem Oberteil, der an kontusz (einen Teil traditioneller Männerkleidung des polnischen Adels) erinnern soll. Der Oberteil hat gedoppelte Ärmel, die man – genau wie es mit dem Original der Fall war – entweder auf den Rücken legen, oder auf den Händen tragen konnte. Vorne ist der Oberteil in einen Knopfverschluss versehen und mit einer Tresse dekoriert. Das Kleid ist vor allem aus Wolle genäht, nur der Unterarm wurde aus Seide gefertigt. Dieselbe Stoff-Kombination betrifft den Rock. Strukturunterschied zwischen den beiden Stoffen bildete ein subtiles Zierelement.

Der Rock auf einer Krinoline ist im Gürtelbereich tief gefaltet. Er ist auch mit einer kleinen Schleppe versehen und hat am Rande eine Versteifung.

Ähnliche patriotische Kleider, die der nationalen Männerkleidung nachempfunden waren, haben polnische Frauen auch zur Zeit der Besatzung getragen.

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