Hofkleid um 1665-1670

Hofkleid um 1665-1670 - GesamtblickHiermit präsentieren wir Ihnen ein weiteres Kleid aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Das Kleid wurde nach Schnittmustern von französischen Hofkleidern aus der Epoche gefertigt. Das Kostüm besteht aus: Hemd aus Leinen, Oberkleid mit gestärktem Mieder und einem Unterkleid.

Das Hofkleid wurde aus zwei Seidenstoffen gefertigt: aus schwarzem Satin und einem wunderschönen creme-ecru Damast. Das Mieder wurde mit einer italienischen glänzenden Spitze in Dunkelgold. Schwarzer Satin im Hintergrund betont das Muster der Spitze. Die Verteilung der Besätze wurde nach originellen Schnittmustern aus dieser Zeit (u. a. nach originellen Kleidern aus dem Museum in Dresden) nacherstellt. Die Spitze befindet sich sowohl im Vorderseite als auch am Rücken des Mieders. Die Schnürung wurde dabei am Rücken unsichtbar platziert. Die Ärmel sind aus Seiden-Damast gefertigt. Aus gleichem Stoff wurde auch der Rock genäht. Der Ausschnitt und die Ärmel wurden mit einer weißen Spitze verziert. Als dekorative Applikationen dienen dabei rote Schleifen, die an Ärmeln und am Mieder platziert wurden.

Wichtig: Schwarze Kleider wurden nicht nur zur Trauer getragen. Verziert mit glänzenden Spitzen und Perlen waren die schwarzen Kleider als offizielle Hofkleider am französischen Hof getragen. Sie wurden besonders bei wichtigen Angelegenheiten wie Vermählung in der königlichen Familie angezogen. Auf den Gemälden aus 60er und 70er Jahren des 17. Jhs. sind die französischen Aristokratinnen eben in schwarzen Kleidern dargestellt.